Samstag, 15. März 2008

MGM rüstet für HOBBIT auf!

Es tut sich langsam etwas im Fall HOBBIT: Reuters meldet, dass der amerikanische Filmkonzern MGM Mary Parent, ehemalige Co-Presidentin im Bereich Produktion bei Universal Pictures, anheuerte, um MGM's internationale Filmgeschäfte zu leiten.

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Mary Parent wird Produktion, Vertrieb, Marketing und geschäftliche Angelegenheiten beaufsichtigen. Laut Harry Sloan, Vorsitzender des Konzernes, erwarte den Konzern die aufregendste Zeit der Firmengeschichte. Mit Parent wird man diese nächste Phase vorbereiten und durchführen. Bevor Mary Parent 1997 zu Universal geholt wurde, war sie ausführende Produzentin bei New Line Cinema.

Harry Sloan, seit 2005 bei MGM, hat dem Konzern viele Koorperationsprojekte mit anderen internationalen Firmen eingebracht. Zusammen mit Sony Corp's Columbia Pictures wird MGM Ende des Jahres den neuen James-Bond-Film "Quantum of Solace" herausbringen. Ebenfalls, wie bereits bekannt, wird MGM zusammen mit New Line Cinema J.R.R. Tolkiens DER HOBBIT verfilmen.

Samstag, 8. März 2008

Warner Bros. verschlingt New Line

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Da denkt man, jetzt, wo der Streik vorbei ist, kehrt langsam Ruhe ein in Hollywood. Doch Pustekuchen: Nach dem Ende des Autorenstreiks ließ Warner Brothers die Bombe platzen. Laut Presseberichten werden sie zukünftig die Geschäfte des Produktionsunternehmens New Line Cinema übernehmen. Im Weiteren folgt eine Chronologie der Geschehnisse der letzten Wochen mit Hintergrundinfos.

Warner Bros. verschlingt New Line

Lange gab es schon Spekulationen darüber, ob Warner Bros. den Produktionskonzern New Line Cinema in seine Geschäfte einverleiben wird, sodass das Unternehmen enger an den TimeWarner Konzern gebunden ist. Am 28.02.2008 meldete Variety: Warner Bros. verschlingt New Line. Damit hat die Stunde für den 40-Jahre-alten Konzern geschlagen.
In der Mitteilung heißt es: Time Warner werde New Line einverleiben. Der Konzern werde aber als Produktionseinheit in Warner Bros. weiter existieren. Das beinhaltet Entwicklung, Marketing, geschäftliche Angelegenheiten sowie einige Vertriebsbelange.

Zu Daily Variety sagte Jeff Bewkes, der Vorsitzende von Time Warner: "New Line wird seine eigene Stimme behalten, aber sie werden sich auf kleinere Filme und bereits existierende Franchises konzentrieren. Die Hauptaufgaben, die Arme und Beine des Unternehmens, werden bei Warner Bros. liegen." Durch den Abbau bei New Line, so Bewkes, werde der Konzern jährlich $50 Mio. einsparen.

In der Vergangenheit hatte New Line diverse Vermarktungsrechte für den internationalen Anteil an fremde, unabhängige Firmen verkauft. Darin sehen Experten auch das finanzielle Desaster des GOLDENEN KOMPASS. Der Film brachte international fast $300 Mio. in die Kassen; mit den neuesten asiatischen Premieren: Tendenz steigend. "Mit der wachsenden Bedeutung der internationalen Einkünfte ist es eine gute Entscheidung für New Line die internationalen Filmrechte zu behalten und sie über das globale Netz von Warner Bros. zu verwerten."

Die Chefs verlassen ihre Throne

"Dies war eine schmerzhafte Entscheidung, weil wir New Line lieben, und all die Leute, die hier jahrelang gearbeitet haben, für uns wie eine zweite Familie geworden sind", sagten Shaye und Lynne, die Vorsitzenden des Studios. "Aber wir verlassen den Konzern vollem Stolz darüber, was wir hier bei New Line alles erreicht haben. Bescheiden angefangen vor 40 Jahren, hat unser Studio einige der erfolgreichsten und bekanntesten Filme alle Zeiten hervorgebracht."

Was wird aus dem HOBBIT?

Der Hobbit war seit dem Ende der HERR DER RINGE-Trilogie die wichtigste Bürde, die New Line zu stemmen hatte. Nach dem Rechtsstreit zwischen Jackson und Shaye konnte auch Harry Sloan, der Vorsitzende von MGM, dem die Hälfte der HOBBIT-Rechte gehören, davon überzeugt werden, den HOBBIT mit Jacksons kreativer Mitarbeit zu produzieren.

Guillermo Del Toro befindet sich noch in Verhandlungen über die Regie für den HOBBIT. Shaye und Lynne werden auf den Film aber keinen Einfluss mehr haben. Da das Skript nicht geschrieben wird, bis ein Regisseur gefunden ist und Jackson erst seinen THE LOVELY BONES abschließen muss, wird der Veröffentlichungstermin für Weihnachten 2011 und 2012 bestätigt. Die HARRY POTTER-Reihe wird bis dahin beendet sein, weshalb Warner Bros. sich um einen neuen Erfolg im Fantasyfranchise freuen kann. Es bleibt auch dabei, das New Line die Filme innerhalb der USA und MGM auf internationaler Ebene vertreiben wird.

Es bleibt aber weiterhin unklar, welchen Ausgang die Klage des Tolkien Estates nehmen wird. Sollte es noch länger dauern, bis eine Lösung in Sicht ist, bleibt es ebenfalls fraglich, ob Del Toro dann immer noch gewillt ist, den Regiestuhl zu übernehmen. Aber wie bereits berichtet, befindet sich New Line noch in einer Gnadenfrist. Da diese bald abläuft, wird in naher Zukunft eine Rechtfertigung seitens New Line erwartet. Ebenfalls gehen Insider davon aus, dass es eine außergerichtliche Einigung geben wird.

Es wird ebenfalls davon ausgegangen, dass die Produktion der HOBBIT-Filme und ihr angedachter baldiger Start eine große Ausnahme in den laufenden Angelegenheiten zwischen New Line und Warner Bros. sein werden. Am 7. März berichtete Variety, dass Mark Ordesky, ausführender Produzent von DER HERR DER RINGE, DER GOLDENE KOMPASS und dem anstehenden TINTENHERZ, höchstwahrscheinlich die Produktion des HOBBIT betreuen wird. Das heißt, dass der HOBBIT durch New Line und nicht durch Warner Bros. realisiert wird.

Sonntag, 24. Februar 2008

Mittelerde ist in Luzern

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Seitdem der Film 2001 erschien, hat Peter Jacksons Adaption des Kultbuches DER HERR DER RINGE von J.R.R. Tolkien unzählige Rahmen gesprengt. Die erfolgreichste Trilogie aller Zeiten hat es bisweilen in nahezu jedes Bücher- oder DVD-Regal geschafft. Doch nicht nur auf dem Bildschirm erwacht Mittelerde zum Leben, sondern auch auf Ausstellungen, Conventions und Konzerten.

Vor einigen Jahren hat Howard Shore, der Komponist der HERR DER RINGE Filmmusik, sein monumentales Werk in Form einer Symphonie in den großen Konzert- und Veranstaltungssälen dieser Welt live aufgeführt. Nach über 100 Konzerten in 70 verschiedenen Städten wollte Shore Neues wagen: Er wollte den Film auf einer Großleinwand aufführen und synchron dazu die Filmmusik durch ein Symphonieorchester live einspielen. Im Herbst 2007 trat Howard Shore mit dieser Idee an das 21st Century Symphony Orchestra heran. Das in Luzern ansässige, mit über 80 Köpfen starke Orchester bewies bereits ihr Feingefühl für Shores Musik in einer Konzertreihe im Frühjahr 2007 – Am 23. Februar 2008 feierte dieses Event dann endlich seine Weltpremiere in Luzern.

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Mit über 200 Mitwirkenden, einer riesigen Leinwand im Wert von 11.000 € und einem 160.000 € teuren Hightech-Beamer wurde in Zusammenarbeit mit Howard Shore ein Liveevent ohne gleichen kreiert. "Das Konzert hier in der Schweiz ist das erste Mal, dass die komplette Filmmusik zu THE FELLOWSHIP OF THE RING live zum projizierten Film gespielt wird", so Shore. Während des Konzertes wurde der englische Originalton durch Lautsprecher in den Saal eingespielt. Der Film war indes mit deutschen Untertiteln versehen.

Die Generalprobe

Am Morgen des 23. Februar 2008 fand die Generalprobe im Luzerner KKL statt. Das Kultur- und Kongresszentrum Luzern wurde 1998 nach den Plänen des Architekten Jean Nouvel erbaut und enthält neben dem Luzerner Saal (einem Multimediaauditorium) einen Konzertsaal mit 1839 Sitzplätzen. Auf der Kopfseite des Saales, über dem Orchester, war die Leinwand angebracht, direkt darunter saß oder stand der Chor, der aus dem 21st Century Symphony Chorus und den Luzerner Sängerknaben bestand. Schon beim Betreten des Saales erfasst man die majestätische Atmosphäre und hört die Musiker, wie sie ihre Instrumente einspielen. Man vernimmt das 'Gefährten'-Thema auf einem Horn, aus einer anderen Ecke ertönen die Harmonien Lothlóriens, und aus der letzten Reihe des Orchesters hört man den bedrohlichen Fünfvierteltakt Isengards auf einer Eisenbahnschiene. Noch finden die Einstellungen des Tones statt, der Film läuft auf der Leinwand vor sich hin und der Saal ist hell erleuchtet.

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Nach dem Ludwig Wicki, der Dirigent des Abends, die Bühne betritt, kehrt langsam Ruhe ein und die Probe beginnt. Während der Probe konnte man die Anspannung im Saal förmlich spüren. Angehörige des Hauses und der Mitwirkenden sehen auch gerade zum ersten Mal ein Ereignis, das es in dieser Form noch nie gegeben hat. Hier und dort wird die Vorführung unterbrochen und Ludwig Wicki gibt seinem Orchester neue Anweisungen, spricht in ein kleines Tischmikrofon auf seinem Pult und der Film kehrt zu einer von ihm ausgewählten Stelle zurück. Als die Gefährten auf der Wetterspitze ankamen, bemerkt man auf einmal eine dunkle Gestalt zwischen den Reihen des Parketts auf und ab gehen: Kein geringerer als Howard Shore. In Rollkragenpullover, Cordhose und braunen Lackschuhen schleicht er durch den Saal, prüft die Akustik und verweilt zum Hören. Ab und an wirft er einen Blick in die Ränge oder begibt sich in Richtung Bühne. Frodo wird durch die Nazgûl verletzt und ruft nach Gandalf. Hier ertönt das böse 'Isengard'-Thema zum ersten Mal in seiner ganzen industriellen Gewalt. Ludwig Wicki war derart in Ekstase, dass ihm während dieser Akkorde sein Taktstock aus den Fingern glitt und in die hinteren Reihen des Orchesters flog. Dies sorgte selbstverständlich für einige Lacher beim anwesenden Publikum.

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In der Pause nach Elronds Rat strömten die Beteiligten des Chores, die überraschender Weise durch die Bank recht jung waren, zum Maestro Shore um sich ihre Signaturen abzuholen: Von SPECIAL EXTENDED EDITION-Covern, Soundtrack-Inlays und der Box der Complete Recordings wurden auch Unterarme und Basecaps von Howard Shore signiert. Während der Pause tauchte Jean Jacques Cesbron, der ausführende Vize-Produzent von Columbia Artists Management, frisch aus New York auf und die Fans mussten somit ihre Audienz mit Mr. Shore abbrechen. Nach der Pause begann der zweite Akt mit einer kurzen Ouvertüre, in der die Abschlusstakte des ersten Aktes wiederholt wurden und das 'Gefährten'-Thema in einer phantastisch kraftvollen Darstellung zum Besten gegeben wurde. In der Generalprobe sowie bei der Weltpremiere des Konzertes gab es nach diesem Teil euphorischen Applaus.

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Nachdem der zweite Akt beendet war, bedankte sich Ludwig Wicki in einer kurzen, rührenden Rede bei Howard Shore für sein wundervolles Werk. Das Orchester und die Anwesenden der Generalprobe applaudierten beherzt. Ebenfalls bedankte sich Howard Shore beim Dirigenten und wandte sich in einer kurzen Rede an das Orchester, den Chor und die Solisten. Einen Einblick in das Werk hatte man somit bekommen, doch ahnte man noch nicht, was einen am Abend erwartete.

Die Weltpremiere

Eine Stunde vor der Weltpremiere des Konzertes fand eine Einführung mit Howard Shore statt. Gesprächsleiter sollte eigentlich Doug Adams, Autor der Annotated Scores, sein. Er ist jedoch kurzfristig erkrankt und so übernahm Pirmin Zängerle, der technische Leiter des Kultur- und Kongresszentrum Luzern und Produzent des Konzertes die Moderation. Es wurden einige musikalische Themen eingespielt und Howard Shore berichtete über den Schaffensprozess und seine Arbeit an der Musik. Außerdem wurden einige Instrumente und ihre Verwendung in der Musik genauer erklärt.

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Das Konzert begann mit dem Erscheinen des New Line Cinema Logos. Langsam und leise beginnt der Chor und nimmt das 'Lothlórien'-Thema auf. Man vernimmt Galadriels Stimme – und man ist in Mittelerde. Die Akustik des Saales stellt sich auch in einem vollbesetzten Zustand als grandios heraus. Ludwig Wicki hatte sein Ensemble voll im Griff. Er selbst stand auf einem kleinen Podest an seinem Pult. Die Partitur, eine in grün gefärbtes ledergebunde Ausgabe, lag vor ihm und gleich darüber war ein Monitor, etwa in der Größe eines Laptop-Monitors, aufgestellt. Dort lief der Film in einer für ihn bearbeiteten Fassung ab. Die Einsätze wurden durch über den Bildschirm laufende grüne Markierungen, Tempiwechsel durch violette Markierungen angezeigt. Der Takt wurde ihm ebenfalls in Form von großen weißen Kreisen, die nur für den Bruchteil einer Sekunde erschienen, angezeigt.

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Die Stimmung im Saal war ebenfalls grandios. Der Film ist nun schon über sechs Jahre alt und nicht wenige kennen ihn in- und auswendig. Dennoch ging an vielen Stellen ein Raunen durch den Saal, es wurde laut gelacht und leise geschmunzelt. Die Actionszenen an der Bruinenfurt, in Moria und am Amon Hen wurden mit einer Präzision gespielt, dass einem das Blut in den Adern stockte. Man sah Menschen, wie sie den Takt mit tippten und die Hände ihrer Begleitungen hielten. Somit hörte man auch nach dem Konzert etliche Zuschauer in den Gängen, im Foyer und selbst auf den Toiletten die Ohrwurmmelodien des Soundtracks summen und pfeifen.

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Schon in der Einführung erwähnte Howard Shore, dass sich die Musik von der Filmversion leicht unterscheidet. Hier hatte er die Möglichkeit, Teile der Partitur, die letztendlich dem Schnitt und diversen Soundeffekten zum Opfer fielen, wieder einzubauen. So ließ er an der Bruinenfurt die aleatorischen Hörner auftreten, die im Film den Soundeffekten weichen mussten. Auch die Musik Isengards erhielt einen neuen Schliff, indem die Musik einige Takte früher einsetzte (schon bei "Build me an army worthy of Mordor!"). Neue Chorpassagen waren zu hören und das Motiv der absteigenden Terzen für Mordor wurde öfter eingesetzt. Shore betonte, er finde es toll, hier seine ursprüngliche Komposition zum Besten geben zu dürfen.

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Die Musik war durchweg sehr laut und kraftvoll und ging daher auf eine sehr angenehme Weise bis ins Mark. So übertönte sie auch des Öfteren die eingespielte Tonspur, was dem ganzen aber keinen Abbruch tat. Qualitativ war die Performance auf gleichem Niveau wie die CD-Aufnahme der Complete Recordings, eingespielt durch das London Symphony Orchestra. Subjektiv betrachtet sogar um einiges besser, denn ein Live-Event dieser Art, mit dieser Dynamik und majestätischen Attitüde, erlebt man nicht auf CD. Das Orchester und der Chor zogen die Blicke des Publikums des Öfteren auf sich. Zu beobachten, wie sie ihre Instrumente spielen und die Musik Howard Shores derart voller Leidenschaft wiedergeben, war einfach einmalig. Nach dem Konzert gab eine euphorische Standing Ovation, die knapp 15 Minuten andauerte. Der Jubel galt nicht nur dem grandiosen Orchester, sondern auch Howard Shore persönlich, der zusammen mit Ludwig Wicki mehrmals die Bühne betrat und sich von den Zuschauern ehren ließ. Ludwig Wicki hat gezeigt, welches Potential in seinem Orchester steckt. Man kann nur hoffen, dass dieses auch in Zukunft durch weitere Projekte der gleichen Art zum Tragen kommt.

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Die Absprachen für eine Fortsetzung dieser Konzertreihe seien in Arbeit, so der Produzent. Angestrebt werde die Weltpremiere von THE TWO TOWERS im März 2009. Ein Besuch in der Schweiz sollte dann also bei jedem Liebhaber der Filme und der Musik auf dem Pflichtprogramm stehen!

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Dienstag, 19. Februar 2008

Unter der Lupe

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Frodo-Franchise hatte Einsicht in die komplette Anklageschrift und hat diese einmal genauer unter die Lupe genommen.

Zum Hintergrund

In Amerika wird eine Klageschrift öffentlich, sobald sie eingereicht wurde. Aus diesem Grund kann man auch in Zukunft noch eine Menge Artikel erwarten, die die Sache näher auf den Grund gehen. Die Angeklagte muss nun eine Art Antwort schreiben, und diese ebenfalls im Gericht einreichen. In dieser Antwort wird New Line die Vorwürfe entweder zugeben oder abstreiten müssen. Dies muss innerhalb von 20 bis 40 Tagen passieren. Passiert dies, so geht der Fall vor Gericht.

Die Kläger und Angeklagte

Die Kläger ist der Tolkien Trust, der seit dem 1. April 1977 eine Wohlfahrtseinrichtung ist. Es gibt finanzielle Mittel an die Alzheimergesellschaft, World Cancer Research Foundation und World Wildlife Foundation. Desweiteren gibt es etliche Mitkläger, darunter Verleger, Sachverwalter (z.B. ein weiterer Tolkientrust), und Einzelpersonen.

Tolkiens Bücher wurden seinerzeit von George Allen & Unwin Ltd. veröffentlicht. Mittlerweile wurde dieses Unternehmen von HarperCollins Publishers Ltd. geschluckt und existiert als Tochterunternehmen. Heute besitzt HarperCollins Publishers Ltd. die weltweiten Verlegerrechte für die Werke J.R.R. Tolkiens. Mitkläger ist desweiteren das Tochterunternehmen Unwin Hyman Ltd. von George Allen & Unwin Ltd. 1969 gingen die Filmrechte an United Artists. HarperCollins and Unwin Hyman Ltd. wird in einem Vertrag vom 8. Juli 1969 "bestimmte Rechte an den Einkünften" gesichert, die durch die Produktionskraft von United Artists entstehen.

Desweiteren klagen diverse Einzelpersonen:
Christopher Reuel Tolkien, Sohn JRRTs und Sachverwalter beider Trusts
Priscilla Mary Ann Reuel Tolkien, Tochter JRRTs und Sachverwalterin beider Trusts
Joan Anne Reuel Tolkien, Enkelin JRRTs und Sachverwalter des TolkienTrust
Baillie Jean Tolkien, Frau Christopher Tolkiens und Sachverwalterin beider Trusts
Simon Mario Reuel Tolkien, Enkel JRRTs und Sachverwalter des Tolkien Discretionary Settlement.
Michael George Reuel Tolkien, Enkel JRRTs und Sachverwalter des Tolkien Discretionary Settlement.
Alan Graham Poulter, rechtlicher Berater des Tolkien Trusts und Sachverwalter beider Trusts

Die Angeklagten sind New Line Cinema Corp. und Katja Motion Picture Corp. Letztere war ein Tochterunternehmen, das durch New Line gegründet wurde, um die Trilogie zu beaufsichtigen. Diese Firma wird in die Klage mit einbezogen, da es ihre Aufgabe gewesen wäre, über die entstanden Kosten und Einnahmen genau Buch zu führen.

Der Rechtsstreit

Viele glauben, dass es dem Kläger hauptsächlich darum geht, die Rechte für den HOBBIT wieder zu erlangen. Desweiteren geht aus vielen Nachrichtenartikeln hervor, das Tolkien die Filmrechte für wenig Geld verkaufte, aber ein Recht auf 7,5% der Einnahmen hat (das beinhaltet laut der Anklageschrift auch Nebeneinkünfte durch DVD-Verkäufe und Merchandising, usw.).

Diese Summe bildet das Herzstück der Anklage. Die Kläger bekunden, dass sie, obwohl die Filme offensichtlich sehr erfolgreich waren, bisher noch keine Zahlungen durch New Line erhalten haben. Sie beschuldigen das Studio der Fälschung von Finanzunterlagen und "der erheblich übertriebenen Angabe von Kosten und Ausgabe", nur um zu behaupten, dass bisher nichts da ist, was an die Erben gezahlt werden könnte. Daher fordern sie einen Schadensersatz von $150.000.000. Sie behalten sich jedoch vor, diese Summer zu erhöhen, sobald sie wissen, wie hoch die tatsächlichen Schulden an sie sind.

Es gibt einen weiteren Streitpunkt zwischen New Line und den Klägern über den Anteil, gemessen am originalen Vertrag, die Einnahmen durch THE TWO TOWERS betreffend. Angeblich sorgt eine unklare Formulierung für diese Meinungsverschiedenheit. Nun soll das Gericht darüber entscheiden, wer im Recht ist.

Abschließend fordert der Tolkien Trust das Gericht nicht auf, ihnen die Rechte für den HOBBIT bedingungslos zurück zugeben. Nach der Anklageschrift hat New Line mit dem Zahlungsversäumnis der 7,5% den Vertrag von 1969 gebrochen. Daher sind die Kläger berechtigt, die Adaptionsrechte zurück zuziehen. New Line wird dies mit Sicherheit abstreiten. Die Kläger wollen mit ihrer Klage erreichen, dass das Gericht ihren Standpunkt bestätigt. Falls die Kläger in diesem Punkt gewinnen, ist es immer noch nicht sicher, ob sie die Produktion des HOBBITS sofort abbrechen lassen. Wahrscheinlich ist, dass sie neue Vereinbarungen mit New Line treffen werden.

Unterm Strich möchte die Tolkiengruppe ihren Anteil von 7,5% an den Bruttoeinnahmen ausgezahlt haben, und sie wollen außerdem denselben Anteil angewandt auf THE TWO TOWERS. Desweiteren wollen sie eine gerichtliche Entscheidung über die Vertriebs- & Produktionsrechte am HOBBIT.

Das HOBBIT-Projekt

Falls der Fall vor Gericht geht – und das kann in der Regel ca. 2 ½ dauern – könnte der Tolkien Trust gewinnen. Sie würden ihre $150 Mio bekommen und die Erlaubnis, die HOBBIT-Rechte zurück zunehmen (MGM, nicht Teil der Klage, wird dann höchstwahrscheinlich die Vertriebsrechte behalten). Dann könnte der Trust die Rechte an ein anderes Studio verkaufen, oder entscheiden, dass das Buch überhaupt nicht adaptiert wird.

Falls New Line gewinnt wird der Film anschließend in die Produktion gehen. (Möglicherweise wird New Line auch so mit der Produktion fortfahren, und auf ihre Chancen hoffen.)

Falls New Line den Fall außergerichtlich beilegt und dem Trust eine vereinbarte Summe bezahlt, könnte New Line wohl möglich die Rechte behalten. Bisher hat New Line alle Verfahren außergerichtlich gelöst; darunter waren die Streits mit Peter Jackson und Saul Zaentz.

Weitere Stimmen

Doug Adams relativierte die Klage in seinem Blog und erinnerte seine Leser, dass dies nicht die erste Klage gegen New Line ist. Dennoch könnte im Fall des Sieges fürs Tolkien Estate der HOBBIT "aus einer Laune heraus gekillt werden".

Auch in einem Gerichtsstreit könnten dem Tolkien Estate die Adaptionsrechte an dem HOBBIT aberkannt werden. Denn die Wiedererlangung der Rechte untergräbt den Vertrag zwischen dem Tolkien Estate und Saul Zaentz, welcher Zaentz die Filmrechte auf ewig zusichert (Zum Verständnis: New Line besitzt die Produktionsrechte). Ein solches Vetorecht seitens des Estates widerruft somit den Vertrag mit Saul Zaentz. Man kann davon ausgehen, dass in diesem Fall Zaentz ebenfalls vor Gericht ziehen wird. Im Grunde würde sich das Estate ein finanzielles Eigentor schießen, wenn sie die Rechte komplett einbehielten.

Wie man bemerkt hat, ist New Line noch nicht in Widerspruch gegangen. Es ist aber eher unwahrscheinlich, dass New Line diesen Fall durch die Justiz regeln lassen will. Es ist schlechte Reputation für New Line, denn im Grunde brauchen sie den HOBBIT. DER GOLDENE KOMPASS hat nicht das eingebracht, was es sollte. Somit braucht New Line ein neues Standbein. Sie müssen nun mit dem Estate verhandeln um den HOBBIT in Bewegung zu setzen.

Dies wird dann höchstwahrscheinlich einen Aufschub des HOBBITS bedeuten, das steht außer Frage.

Freitag, 15. Februar 2008

Del Toro: Nichts ist offiziell!

dtregEmpire veröffentlichte gestern ein Interview mit Guillermo Del Toro, dem derzeitigen #1 Kandidat auf der Liste der möglichen Regisseure für die anstehende HOBBIT-Verfilmung.

Viele Internetseiten berichteten kürzlich, dass Del Toros Vertrag mit New Line unterschrieben und alles in Sack und Tüten ist, und dass die Studios mit der Ankündigung warten, bis der Autorenstreik vorbei ist. Nun, der Streik ist vorbei - und NICHTS ist in Sack und Tüten.

"Ich wünschte es wäre definitiv, aber das ist es nicht," sagte er dem Blatt. "Es ist immer noch im Gespräch, aber es muss noch einmal alles sehr genau geprüft und Feinheiten abgestimmt werden. Es ist gewiss noch nicht gewiss ... Aber was mich betrifft, so wäre ich [wenn es denn definitiv wäre] in 10 Sekunden abfahrbereit!"

Auf die kürzlich eingereichte Klage des Tolkien Estates gegen New Line Cinema und dem daraus resultierenden möglichen Aufschub des Projektes sagte er:

"Ich habe davon gehört, aber ich sehe dem sehr gelassen entgegen. Seit dem diese Meldung die Runde machte, habe ich keinen Kontakt mehr zu meinem Anwalt oder meinen Managern gehabt. [...] Was mich angeht, so bin ich immer noch an Bord. Ich brauch mir also keinen Sorgen machen."

Auf die Frage, ob er (im Falle, dass er Regisseur wird) die originale Cast auf den HERR DER RINGE-Filmen wiederholen würde, sagte er begeistert: "Ja, auf alle Fälle." Er sagte weiter, er möge die Charaktere überaus gerne, was es wiederum spannend für ihn macht, die Sache zu übernehmen.

Den Of Geek führte ebenfalls ein Interview, allerdings mit Andy Serkis, dem Mann, der Gollum durch sein Talent und seine Stimme in den HERR DER RINGE-Filmen Leben eingehaucht hat. Zum HOBBIT äußerte er sich kurz:

"Wenn der HOBBIT in die Tat umgesetzt werden sollte (und es gibt genug Gründe, das du glauben), dann wäre ich bestimmt dabei. Gollum spielt immerhin eine große Rolle im HOBBIT."

UPDATE vom 18. Feb 2008: An einer anderen Stelle ist bei EMPIRE ein neues Interview aufgetaucht. Die deutsche Übersetzung findet ihr hier. Interessant: Er liebt Jacksons Stil, Fantasy-Filme wie reale Geschichte zu erzählen.

Mae Govannen!

Endlich hat sich was getan und es ist offiziell mit dem Hobbit. Hier lest ihr die neuesten News über die anstehende Verfilmung!

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